OdA Soziales Zürich

Engagement für Wertschätzung und Anerkennung

Arbeiten mit Kindern, Menschen mit Beeinträchtigung, Menschen im Alter oder in erschwerten Lebenssituationen: Viele Menschen sind im Sozialbereich tätig – und noch mehr sind darauf angewiesen. Doch im Unterschied zu «sichtbaren» und offensichtlich «Mehrwert schaffenden» Jobs geniessen die Sozialberufe weniger Prestige. 
Ein Umstand, den die OdA Soziales Zürich ändern will.

Die Organisation der Arbeitswelt für die Sozialberufe setzt sich auf breiter Front dafür ein, dass diese Berufsgruppen allgemein besser wahrgenommen werden und als Branche anerkannt wird, die mit seriös ausgebildeten, professionellen Fachpersonen nachhaltige Leistungen erbringt, die im Interesse aller sind (und nicht nur der direkt Betroffenen).
Solche Bewusstmachungsprozesse brauchen viel Zeit, Ideen und Engagement. Diese Prozesse anzustossen und zu begleiten – das ist die Aufgabe der OdA Soziales Zürich.

Qualitätssteigerung, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege

Viele Politikerinnen und Politiker sehen im Sozialwesen vor allem einen Ausgabenposten. Doch die beliebten Kürzungen im Sozialbereich fallen andernorts als Kosten an, bei Krankenkassen, der direkten Existenzsicherung, im Erziehungswesen, in der Justiz und so weiter. Vielmehr wäre es dringend notwendig, dass in der Politik die nötigen Schritte unternommen würden, um zum Beispiel die Betreuung im Langzeitbereich gesetzlich zu verankern und der Pflege gleichzustellen. Dafür braucht es natürlich auch eine Imageverbesserung des Sozialwesens.
Um das Image der Sozialberufe zu stärken, arbeiten wir intensiv an der klaren Positionierung der Sozialberufe. Wir formulieren verständliche, aussagekräftige Berufsbilder und vermitteln diese über alle Kanäle, die uns zur Verfügung stehen. So haben wir letztes Jahr die Fa-Best organisiert, die erste Berufsmeisterschaft für Betreuungsprofis (www.fa-best.ch) – und sie auch vorgestellt an der internationalen Tagung des Fachgremiums für die Berufsbildung der OECD zum Thema «Wie können Soft und Social Skills überprüft werden?». Wir machen mit an der Berufsmesse, nehmen aktiv an Informationsveranstaltungen teil, halten Vorträge, erarbeiten Stellungnahmen und bringen unsere Position in öffentlichen Diskussionen ein.
Besonderes Gewicht legen wir auf die Aus- und Weiterbildung, auf die Qualitätssicherung bei Berufsbildungsverantwortlichen und Institutsleitungen und auf die Professionalisierung auf allen Ebenen: relevante Themen, über die wir auch mittel- und langfristig auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit korrigieren können.

Sozialberufe im Aufwind: 
interessant auch für Quereinsteigende

Das Sozialwesen ist eine Wachstumsbranche. Wir müssen der realen Entwicklung Rechnung tragen und die nötigen Fachpersonen ausbilden. Dafür sind wir nicht nur auf Berufseinsteigende angewiesen, sondern auch auf quer- und wiedereinsteigende Erwachsene, die bewusst eine Tätigkeit im Sozialen suchen, weil sie in den Sozialberufen eine sinnhafte und befriedigende Arbeit sehen.
Doch dafür müssen viele Bedingungen erfüllt sein: Die Arbeit im Sozialwesen braucht breite berufliche Kompetenzen. Freude und Interesse an Menschen sind unabdingbar, doch für eine professionelle Tätigkeit muss man auch das nötige Wissen aufbauen und sich das entsprechende Können erarbeiten. Sind die nötigen Voraussetzungen vorhanden und ist man bereit, sich ein fundiertes Wissen anzueignen und neue Methoden einzuüben, dann sind die Sozialberufe gerade auch für Wieder- und Quereinsteiger sehr attraktiv. Darüber hinaus braucht es die Bereitschaft zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit sich und seinem Handeln.

Individuelle Berufsbildung: vier Wege zum Abschluss

Erwachsenen stehen vier unterschiedliche Wege zum Erwerb eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses zur Verfügung. Wir arbeiten eng mit Betrieben und Beratungsstellen zusammen, um sie interessierten Personen näher zu bringen. Diese Möglichkeiten führen zum EFZ-Abschluss:

  • Reguläre berufliche Grundbildung mit Lehrvertrag – gleiche Abschlussprüfung (Qualifikationsverfahren) wie die Jugendlichen
  • Verkürzte berufliche Grundbildung mit Lehrvertrag – gleiche Abschlussprüfung (Qualifikationsverfahren) wie die Jugendlichen
  • Direkte Zulassung zum Qualifikationsverfahren (inkl. Abschlussprüfung) bei entsprechender Berufserfahrung
  • Validierung von Bildungsleistungen – Berufserfahrung und Vorwissen werden angerechnet, allfällige fehlende Kompetenzen werden im Rahmen der ergänzenden Bildung erarbeitet.

Am Puls der Zeit

Dass das Selbstbewusstsein der Branche wächst, ist ein gutes Signal. Denn die Megatrends der Gesellschaft, wie Digitalisierung, Mobilität, demografische Entwicklung usw. sind Themen, die auch uns direkt betreffen – und die wir in die Berufsbildung miteinbeziehen müssen.
Wie das in der Praxis aussieht, kann man hautnah erleben: Am 17. November findet in Zürich das erste überregionale Final der Berufsmeisterschaft Fa-Best statt. Schauen Sie herein und fiebern Sie mit – mit einem begeisterten Publikum macht es den Betreuungsprofis doppelt so viel Spass!
 



Liliane Ryser 
Geschäftsleiterin OdA Soziales Zürich