Katrin Pfaller und Kim Perjes

Führungs­aus­bildung im Doppelpack

Katrin Pfaller ist Geschäftsleiterin von Kita und Hort «Luftballon» in Nürensdorf, Kim Perjes ist als Co-Leiterin für den Hort zuständig. Gemeinsam besuchen sie am bke Bildungszentrum Kinderbetreuung die dreistufige Führungsweiterbildung.

Katrin Pfaller (39) ist Chefin eines Betriebs mit 14 Mitarbeitenden: Die Kindertagesstätte «Luftballon» und der angeschlossene Hort sind ihr «Kind». Ihr siebtes, könnte man sagen, denn bei ihr zu Hause sitzen schon sechs Kinder am Tisch – fünf eigene und ein Pflegekind.
Ihre Karriere in der Kinderbetreuung begann mit der Ausbildung zur Kinderpflegerin, einer zweijährigen Grundbildung, die heute nicht mehr existiert. Bald darauf wurde sie Mutter und widmete sich erst der eigenen Familie, bald betreute sie als Tagesmutter auch noch weitere Kinder. Ab 2009 reifte ihr Entschluss, in Nürensdorf eine eigene Kindertagesstätte aufzumachen.

Eine eigene Kita

Der Traum von ihrer eigenen Kita erfüllte sich 2010. Eine Kundin machte sie auf geeignete Räume aufmerksam, die bis dahin von einer Gesundheitspraxis belegt waren. Zwar war sie gerade hochschwanger, aber das hinderte sie nicht daran, ihren lang gehegten Plan in die Tat umzusetzen. Da sie im Dorf gut vernetzt war (nicht zuletzt durch die Kontakte, die sich durch die eigenen Kinder ergaben), hatte sie keine Anlaufschwierigkeiten; der «Luftballon» war von Anfang an gut ausgelastet. 2014 kam ein Hort für Kindergarten- und Schulkinder dazu, in den Räumen eines ehemaligen Kindergartens, die Katrin Pfaller von der Gemeinde mieten konnte. Im Moment ist bereits ein weiterer Ausbau im Gang: Eine zusätzliche Etage ist dazugekommen, und gleichzeitig wird auch die Küche vergrössert.

Voller Einsatz für Geschäft und Familie

Als Geschäftsleiterin hat sich Katrin Pfaller ein Pen-sum von 60 Prozent vorgenommen. Meist sind es allerdings mehr, denn Büro und Organisation eines Betriebs dieser Grösse sind anspruchsvoll und zeitraubend. Auch ihre Familie braucht Zeit – und dazu kommt jetzt auch der Lernaufwand für die Weiterbildung. Deshalb ist sie auch nicht mehr oft bei den Krippen- und Hortkindern; ihr Einsatz dort beschränkt sich auf Aushilfen.
Für die Führung des Horts machte sie sich auf die Suche nach einer Co-Leiterin und «rechten Hand» – und sie fand sie in Kim Perjes (29). Sie ist gelernte FaBe K, wollte aber nach ihrer Ausbildung lieber mit Kindergarten- und Schulkindern arbeiten und nahm deshalb gleich nach dem Lehrabschluss einen Job als stellvertretende Hortleiterin an. Als ihre Institution von einem anderen Unternehmen übernommen wurde, wechselte sie vor zweieinhalb Jahren nach Nürensdorf.

Gemeinsam in die Weiterbildung

Chefin und Co-Leiterin beschlossen vor zwei Jahren, gemeinsam eine Führungsweiterbildung zu besuchen, und meldeten sich beim bke Bildungszentrum Kinderbetreuung an. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit der höheren Fachprüfung abzuschliessen. Ein Drittel haben sie bereits geschafft.
Die beiden sind sich einig: Die Ausbildung macht riesigen Spass. Auf der einen Seite, weil die Inhalte von guten Dozenten praxisnah vermittelt werden. Und anderseits, weil viel Raum und Zeit geboten wird zu Austausch mit Gleichgesinnten und Kolleginnen mit ähnlichem Hintergrund. Das geht bis hinein in den Alltag: Man mailt sich gegenseitig beispielsweise Formulare oder Vorlagen zu, die anderen nützlich sein können.

Früh mit Weiterbildung beginnen!

Katrin Pfaller ist überzeugt: «Man sollte so eine Weiterbildung möglichst früh angehen. Bei mir hat es zwar vier Jahre lang auch ohne funktioniert – aber ich hätte mit meinem heutigen Wissen viele Abläufe optimaler gestalten können. Statt dem fast ausschliesslichen ‹Learning by doing›, das zwar auch dazu gehört, hätte ich meine Arbeit von Anfang an auf ein stabileres Fundament stellen können. Aber das kann ich ja jetzt nachholen.»
Kim Perjes schätzt die Weiterbildung, weil sie ihr auch neue Perspektiven eröffnet. «Für eine FaBe K ist es nicht immer einfach, weiterzukommen. Eine solide Weiterbildung ist unumgänglich, wenn man einen entscheidenden Schritt nach vorne machen will. Zwar ist eine eigene Kita oder ein eigener Hort nicht das Ziel meiner Träume. Aber ich möchte auch als Angestellte das Bestmögliche machen – für die Kinder, das Team und die Trägerschaft. Die Weiterbildung wird viel dazu beitragen.»

bke Bildungszentrum Kinderbetreuung

Für Fachpersonen Betreuung (FaBe), Fachrichtung Kinderbetreuung, gibt es zwei Wege zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis: über eine betriebliche Lehre oder eine schulisch organisierte Berufsausbildung im bke Bildungszentrum Kinderbetreuung. Neben der eigentlichen Grundbildung bietet das bke Bildungszentrum Kinderbetreuung auch ein Berufsvorbereitungsjahr an. Interessierte mit breiter beruflicher Erfahrung in der Kinderbetreuung können sich im berufsbegleitenden zweijährigen Vorbereitungslehrgang Nachholbildung auf den EFZ-Abschluss vorbereiten. 
Im Bereich der Weiterbildung bietet das bke Bildungszentrum Kinderbetreuung praxisorientierte Kurse zu Führung, Pädagogik, schulergänzender Betreuung und Ausbildung (Berufsbildner/in FaBe), die zum Teil auch auf eidgenössisch anerkannte Abschlüsse vorbereiten.

Kurz Info