Sozialberufe als Karriereneinstieg

Karrieren in Sozialberufen

Was haben der Geschäftsleiter Schweizerischer Heimatschutz, die Vorsteherin der Direktion des Innern im Kanton Zug und der Coach der Schweizerischen Fussball-Nationalmannschaft gemeinsam? Ganz einfach: Bei allen dreien ist ein Sozialberuf ein wichtiger Teil ihrer Biografie.

 Illustration: tinazellmer.com    



Adrian Schmid schloss die damalige Schule für Sozialarbeit ab, bevor er in nicht staatlichen Organisationen Karriere machte und schliesslich auf dem Chefsessel des Schweizerischen Heimatschutzes landete. Manuela Weichelt-Picard war in einem Pflegeberuf tätig, bevor sie die Schule für Sozialarbeit absolvierte (Titel der Diplomarbeit: «Zur Situation von diplomierten Sozialarbeiterinnen in Führungspositionen, und wie Sie eine von ihnen werden können.»), dann in die Politik einstieg und schliesslich 2007 in den Zuger Regierungsrat gewählt wurde. Und Vladimir Petkovic? Nach dem Abschluss seiner Laufbahn als Fussballprofi und neben seiner Trainertätigkeit in Tessiner Amateurvereinen betreute er bei der Caritas arbeitslose Jugendliche und zeigte ihnen neue Perspektiven.
Diese drei Karrieren zeigen: Der konstruktive Umgang mit Menschen, die in ihrem Leben mit Problemen zu kämpfen haben, kann inspirieren. Er schafft die Grundlagen für zielgerichtete Kommunikation auch in schwierigen Situationen. Schmid, Weichelt-Picard und Petkovic stehen stellvertretend für Arbeitsfelder, in denen Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und Ansprüchen an einen Tisch gebracht werden, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten.

Lehre, Beratung, Leitungsfunktion

Oft macht man sich allzu eindimensionale Vorstellungen von Sozialberufen. Es gibt viele Klischeebilder, die sich in den Köpfen festgesetzt haben. Doch schaut man sich die spezialisierten Weiterbildungen an, die in diesem Bereich angeboten werden, ahnt man bereits, welch vielfältige Karrieremöglichkeiten sie ermöglichen. 
Angehörige von Sozialberufen leiten Teams, sind verantwortlich für geschützte Werkstätten oder andere Betriebe, z. B. im sogenannten «zweiten Arbeitsmarkt»: Unternehmen, in denen Langzeit-Erwerbslose oder Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigt, qualifiziert und im besten Fall auf die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden.
Angehörige von Sozialberufen arbeiten in der Privatwirtschaft, in Personalabteilungen oder in der betrieblichen Sozialberatung – und können dort in Kaderfunktionen aufsteigen oder sich mit eigenen Dienstleistungsunternehmen selbständig machen.
Angehörige von Sozialberufen sind tätig in Behörden, Fachstellen und Institutionen der öffentlichen Hand (Sozialämter, Spitäler, Kliniken, Schulen ...), in privaten oder nicht staatlichen Organisationen (z. B. Hilfswerke, Gewerkschaften, kirchliche Organisationen). Auch dort eröffnen sich ihnen viele Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten – an der «Front» in der Begleitung und Hilfe, in der Führung und in der Beratung.
Natürlich steht den Angehörigen von Sozialberufen auch der Weg zurück in die Schule offen: Nach den dafür notwendigen Weiterbildungen arbeiten sie als Lehrpersonen, Kursleiter/innen oder Dozent/innen an Berufsschulen wie auch in Institutionen der höheren Berufsbildung. Und auch dort gibt es unzählige Karrieremöglichkeiten. Es muss also nicht gleich Regierungsrätin oder Nationaltrainer sein!