Kenny Greber

Rolf Humbel, Sozialbegleiter in Ausbildung

«Die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen verlangt eine hohe Professionalität.»

Nicolas Wittwer, Fachmann Betreuung Kinder

«Alles ist möglich.»

Vera Eschmann, Fachfrau Betreuung, Fachrichtung Kinderbetreuung

«FaBe mit BMS ist eine Investition in die Zukunft.»

Simona Berger, Institutionsleiterin in Ausbildung

«Lernen bringt Leben.»

Linda Schellenberg, Kindererzieherin HF

«Das Berufsfeld der sozialen Arbeit bietet mir unzählige Möglichkeiten.»

Esther Föllmi, Assistentin Gesundheit und Soziales

«Das Validierungsverfahren ermöglicht berufs- und lebenserfahrenden Leuten einen eidgenössischen Abschluss.»

Kenny Greber, Sozialpädagoge

«Die Arbeit mit Menschen beginnt bei sich selbst.»

Valentin Hoyos, Fachmann Betreuung, Fachrichtung Betagtenbetreuung

«Sie können dank unserer Betreuung ihre Schwächen überbrücken.»

Tanja Elmiger, Teamleiterin in sozialen und sozialmed. Institutionen

«Das Leben ist wie ein Spielplatz.»

Meheret von Felten, Migrationsfachfrau

«Mein Schicksal soll anderen helfen.»

Karin Heimgartner, Sozialbegleiterin

«Ein Traumberuf, in dem ich mich weiterentwickeln kann.»

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Kenny Greber

«Die Arbeit mit Menschen beginnt bei sich selbst.»

Kenny Greber ist Friedensrichter und leitet als Sozialpädagoge den Fachbereich Betreuung in einer Schule in der Stadt Zürich. Durch seine Aus- und Weiterbildungen hat er gelernt, dass Konflikte Beziehungen stärken können. Das geplante Intervenieren in herausfordernden Situationen sieht er heute als Schlüsselkompetenz in seinem Berufsfeld.

Mit einer KV-Lehre bei der Post begann Kenny Greber seinen Einstieg ins Berufsleben. Es folgten zehn weitere Jahre, die ihn aber nie wirklich glücklich machten, und er liebäugelte immer wieder mit einem sozialen Beruf. Mit der Vorstellung, die Welt verändern zu können und zu wollen, trat er mit 29 Jahren ein zweijähriges Praktikum in einer Wohngruppe für verhaltensauffällige Jugendliche im Thurgau an: «Ich brauchte diese Zeit, um mir sicher zu sein, das ich am richtigen Ort bin. Diese Arbeit braucht eine tiefe Überzeugung.» Er blieb beinahe zehn Jahre dort und durchlief verschiedene Stufen, bis er schliesslich stellvertretender Institutionsleiter wurde.

Studium mit Vorurteilen

Kenny Greber wollte Sozialpädagogik studieren und meldete sich für ein Studium an einer Fachhochschule an. «Ich dachte, dass ein Studium an der Fachhochschule mehr Wert hat.» Gleichzeitig bestand er aber auch die Aufnahmeprüfung an der Agogis und entschied sich für die Ausbildung mit dem stärkeren Praxisbezug. Im Jahr 2012 startete er und machte eine für ihn zentrale Erfahrung – er bestand die erste Prüfung nicht. Etwas, das er aus seiner Schulzeit nicht kannte. «Mir wurde klar, dass ich eine andere Ambition für das Sozialpädagogik-Studium brauchte.» Weg vom reinen Auswendiglernen, setzte er sich vertieft mit sich selbst und den vermittelten Themen auseinander.
Er spürte, dass er im richtigen Berufsfeld angekommen war und hängte kurz nach Ausbildungsabschluss 2015 den CAS Beratungstraining an einer Fachhochschule an. «Um den persönlichen Knacks zu beheben », ergänzt er mit einem Schmunzeln. Es folgte die Weiterbildung zum Praxisausbildner und der zweite CAS Mediation. Ein dritter CAS würde ihn zum MAS in psychosozialer Beratung führen, er schiebt diesen aber vor sich hin. Der 39-Jährige ist nämlich kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden und hat zwei anspruchsvolle Jobs. Ausserdem liest er gerne Fach- und Philosophie-Bücher, kocht und pflegt den Garten.

Unverhofft zum Friedensrichter

Ohne grosse Erwartungen bewarb sich Kenny Greber 2018 für das Friedensrichteramt an seinem Wohnort Weinfelden – und wurde gewählt. Das neue 50-Prozent-Pensum liess sich nicht mehr mit seiner Arbeit in der Wohngruppe vereinbaren. Er schaute sich nach einer zweiten Teilzeitstelle mit Führungsanteil um. In der Schule in der Ey, nahe beim Zürcher Stadtspital Triemli, wurde er fündig. Seit Ende 2018 leitet er den Fachbereich Betreuung und führt 25 Mitarbeitende mit 50 Stellenprozent. «Das geht nur mit sehr strukturierten Tagen und kompetenten Mitarbeitenden.» Kenny Greber führte Ressorts ein, um seine fünf Hortleitungen mehr zu stärken und sich selbst in der Verantwortung als Fachleiter zu positionieren. Ein Puffer hat er jeweils für Tagesaktuelles eingeplant, und die Mitarbeitenden wissen, dass er auf E-Mails innerhalb von 48 Stunden reagiert. Am Anfang habe er jeden Tag für die Schule gearbeitet, was aber irgendwann nicht mehr ging. Auch Whats-App-Chat hat er abgeschafft. Fiel beispielweise eine Betreuerin aus, wurde via Chat nach einem Ersatz gesucht – an sieben Tagen die Woche, auch abends. «Das löste im sonst schon dynamischen Schulumfeld enormen Druck auf alle aus.» Eine Situation auch mal aushalten zu können, habe die Schulkultur weitergebracht. Auch seine bis anhin sehr bedürfnisorientierte Reaktions- und Kommunikationsart musste er umgestalten. Die Jobs als Friedensrichter und Leiter Betreuung befruchten sich gegenseitig. Während die Arbeit als Friedensrichter hauptsächlich aus abschliessenden Aufgaben besteht, ist in der Schule mehr prozesshaftes Arbeiten gefragt. Als Friedensrichter muss er Strukturen einhalten, organisieren, Gespräche korrekt leiten und genau abwägen, wann er wie etwas sagt. Zudem muss er sich immer wieder mit seinen eigenen Vorurteilen auseinandersetzen, fair und unparteilich handeln. Gerade bei der Personalführung in der Schule kann er von diesen Kompetenzen profitieren. Seinen Hortleitungen steht er bei Konflikten beratend zur Seite, lässt sie diese, wenn möglich, aber allein lösen.

Kompetenzen für die tägliche Arbeit

Mit der Agogis ist Kenny Greber bis heute verbunden. Zusammen mit zwei weiteren ehemaligen Studierenden gehört er zu «Alumni Potential» – ein neues Programm, um Ehemalige einzubinden. Während zwei Jahren verpflichtet sich Kenny Greber zu 150 Stunden Dozenten-Arbeit, besucht jeweils samstags den Kurs SVEB 1 zum Erwachsenenbildner und nimmt an Fixpunkten im Agogis-Jahresprogramm teil. Von den erlernten Kompetenzen im Sozialpädagogik-Studium profitiert er noch heute.
«Das geplante Intervenieren, Diversität und Selbstreflektion wurden an der Agogis wunderbar angeleitet», sagt Kenny Greber. Die Schule in der Ey unterrichtet und betreut Kinder von Akademikern, sozial schwachen Familien, verhaltensauffällige Kinder und solche mit körperlichen Beeinträchtigungen. «Dieses Bewusstsein für Diversität ist zentral als Sozialpädagoge», ist Kenny Greber überzeugt und: «Wenn mich heute etwas triggert, schaue ich zuerst in mich hinein. Die Arbeit mit Menschen beginnt bei sich selbst.»